Packliste, nützliche Apps und hilfreiche Gedanken für lange Reisen

Ein Freund hatte mich zum Reisen inspiriert. Er war von der Stadt, wo wir beide gearbeitet hatten, zu Fuß losgezogen. Ich hatte ihn am Anfang ganz genau beobachtet. Wie er seine Reise vorbereitet hatte, wie er seine Reise startete. Und wie es ihm in den ersten Wochen emotional ergangen war. Dann hatte ich den Mut gefasst, mich selbst auf die Reise zu begeben.

Es ist wenig, was man wirklich braucht

Die Vorbereitungsphase war erstaunlich spannend. Ich wollte es einmal versuchen, wirklich richtig zu gehen. Das Auflösen eines Haushalts kann ganz schön herausfordernd sein. Man sammelt innerhalb der Jahre so einige Dinge an, die einem sehr wichtig erscheinen. Aber eigentlich braucht man fast alles nicht, oder man kann es sehr einfach überall ersetzen. Und wenn man in Städten unterwegs ist, im Hostel, AirBnB oder bei Couchsurfing, dann gibt es dort meist voll ausgestattete Haushalte. Unterwegs ist es einfach schön mit einem sehr leichten Rucksack unterwegs zu sein, der dann sogar noch ins Handgepäck vom Flieger passt. Je weniger Sachen man dabei hat, desto schneller findet man auch, was man sucht.

Was ich dabeihabe

Vor meiner Reise hatte ich mir unzählige Male überlegt, was ich denn alles brauchen könnte. Es war ein bisschen schwierig mich von einigen Dingen zu trennen. Unterwegs habe ich aber nichts vermisst. Im Gegenteil, ich habe noch einige Dinge an verschiedenen Orten zurückgelassen, weil ich sie wirklich nicht gebraucht hatte und deswegen auch nicht mitschleppen wollte. Ein paar andere Sachen habe ich mir unterwegs besorgt, und finde sie super praktisch: Washbag, Stativ und Daypack.

Das Wesentliche

  • Reisepass. Wahrscheinlich das Einzige, was man nur mit viel Aufwand und Zeit ersetzen kann.
  • Kreditkarte mit ein bisschen Geld darauf. Man kann viele Berichte im Internet lesen von Leuten, die ohne Geld unterwegs sind. Das geht auch, habe ich bisher aber noch nicht probiert.
  • 35-Liter-Rucksack. Ich habe einen von Osprey, der trägt sich super angenehm und ich schwitze wenig. Die Größe reicht absolut, wenn man kein Zelt braucht. Ein kleines Zelt würde vielleicht auch noch hineinpassen.
  • Scrubba-Wash-Bag. Waschen hatte mich zu Beginn meiner Reise am Meisten genervt. Mit dem Scrubba-Wash-Bag geht es super einfach und macht mir sogar Spaß. Dazu habe ich noch eine mobile Wäscheleine. So kann man überall waschen, solange man Frischwasser und ein wenig Shampoo hat.
  • Kleiner Daypack für tagsüber. 10-20 Liter. Dann kann man den Rucksack im Hostel, AirBnB oder beim Couchsurfing-Host lassen.

Kleidung

  • 2 Merino-T-Shirts würden eigentlich reichen. Ich hatte 4 Merino T-Shirts mitgenommen und kürzlich eines verloren. Es fehlt mir nicht. Man kann die Shirts auch aushängen und etwas seltener waschen. Außerdem habe ich noch ein Merino-Tank-Top dabei.
  • 2 Trecking-Hosen. Ich habe eine schwarze, die sieht etwas feiner aus und eine graue, die man auch als kurze Hose tragen kann. Meine Jeans hatte ich in den ersten Wochen meiner Reise entsorgt, zum einen weil sie kaputt war und zum anderen, weil der Stoff einfach zu lange zum Trocknen braucht.
  • 2 Merino-Pullover. Bei den Temperaturen, in denen ich unterwegs bin, würde einer reichen.
  • 1 Regenjacke
  • 3 Unterhosen. Das Geheimnis ist häufiges Waschen. Ich bin mit 7 Unterhosen gestartet, einige davon haben ewig zum Trocknen gebraucht. Mit weniger geht es viel einfacher. Mehr Wäsche ist auch nicht praktisch, dann wäscht man seltener und es fängt an im Rucksack zu stinken.
  • Eine undefinierte Anzahl an Socken. Meine Socken sind alle identisch, ich sortiere sie aus, sobald sie Löcher bekommen. Demnächst werde ich mir neue kaufen müssen.
  • 1 Paar Schuhe und 1 Paar Flip-Flops. Reicht.

Elektronik

  • Handy. Letztes Jahr bin ich auf eine ein-monatige Reise mit Laptop gestartet. Das war mir zuviel Gewicht, der Akku war unterwegs leer und man muss immer genau aufpassen, dass man ihn sicher lagert. Nur mit Handy ist das einfacher.
  • Falttastatur (Microsoft Foldable Keyboard). Extrem nützlich zum angenehmen Schreiben.
  • Stativ (Fotopro uFO Lite). Auf den Tisch stellen und Handy einspannen und man hat eine angenehme Arbeitshöhe. Wenn man eine Bank, aber keinen Tisch hat: komplett ausfahren und man hat eine angenehme Arbeitshöhe. Ich möchte es nicht missen, mein Rücken dankt es mir.
  • Powerbank, USB-Kabel und Schnellladestecker. So hat man unterwegs immer genügend Energie dabei.

Sonstiges

  • Ich habe noch einen Barttrimmer dabei.
  • Und die notwendigen Pflegeprodukte. Die kann man aber auch überall auf der Reise kaufen.
  • Für anderen Krimskrams nach persönlichen Vorlieben ist auch noch viel Platz. Ich habe zum Beispiel noch einen Schlafsack dabei.

Nützliche Apps

Man kann natürlich alles vor Ort erfragen. Einige Apps helfen aber durchaus bei der Recherche.

  • Unterkunft
    • Couchsurfing. Das wunderbare daran ist, dass man kennenlernt, wie die Leute leben und Zeit mit Einheimischen verbringen kann.
    • Booking.com. Wenn man schnell eine Unterkunft braucht.
    • AirBnB. Oft relativ preiswerte Unterkünfte mit mehr Privatsphäre. Sehr praktisch, wenn man mal seine Ruhe braucht.
  • Reise
    • Rome2Rio. Viele Verbindungen rund um die Welt herum.
    • Google Flights oder Kiwi mit offenem Zielpunkt um günstige Flüge zu finden.
    • CultureTrip um schnell Tipps zu finden, was man an einem Ort unternehmen kann.
    • Maps.me. Sehr gute Offline-Karten.
  • Menschen kennenlernen
    • Hostels. Dort sind andere Reisende unterwegs, die oft auch andere kennenlernen wollen.
    • Couchsurfing. Man kann suchen, wer sich treffen will.
    • Facebook Local App. Man kann Events im Umkreis finden und sogar auf einer Karte suchen.
    • Meetup/Eventbrite funktioniert eher in großen Städten
  • Sprache
    • Google Translate. Die wichtigen Sprachen am Besten herunterladen.
    • Und es gibt einfache Wege, wie man schnell die Basics einer Sprache erlernen kann. Dazu später mehr in einem anderen Post.

Nützliche Gedanken

Der wichtigste Grund für mich, mich auf die Reise zu machen, war mein Denken zu verändern. Raus aus der Komfortzone, raus aus Box, mich dem Leben zu öffnen.

Ich habe verschiedene Reiseformen ausprobiert, und die Herausforderung bleibt eigentlich immer die gleiche:
In verschiedenen Umgebungen gute Optionen zu finden und sie dann zu nutzen.

Dabei hilft:

  • Flexibles Planen.
  • In Optionen denken.
  • Neugier, Offenheit und Präsenz

Abgesehen von Impfungen und eventuell Visa, muss man eigentlich fast überhaupt nichts vor einer Reise wissen. Vor allem wenn man länger unterwegs ist, ändert sich sowieso unterwegs der Plan immer wieder. Viel wichtiger ist es, sich daran zu gewöhnen unterwegs zu planen und Optionen zu prüfen. Lohnenswert ist es auf verschiedenen Kanälen immer wieder zu prüfen:

  •  lohnenswerte Reiseziele und Reiseverbindungen
  •  Preise für Hostels und AirBnB
  •  Leute auf Couchsurfing anschreiben
  •  Veranstaltungen suchen

Und dann kann man auch unterwegs sich anderen Reisenden anschließen, die leicht andere, aber kombinierbare Pläne und Interessen haben. 
Was ich beim Reisen immer wieder merke: Es gibt überall wunderbare Menschen. Und alles was man zum Leben braucht, gibt es eigentlich überall, wo Menschen sind. Man muss aber selbst aktiv werden um das Leben zu entdecken.

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